Mit diesen Kosten müssen Sie für beglaubigte Übersetzungen rechnen

Mit diesen Kosten müssen Sie für beglaubigte Übersetzungen rechnen

Wird eine beglaubigte Übersetzung benötigt, wird nur selten ein Pauschalpreis genannt. Vielmehr hängt es von verschiedenen Parametern ab, wie der Preis sich zusammensetzt. Es ist ein Unterschied, ob es sich um ein Abiturzeugnis aus einem Drittland oder ein mehrseitiges Anwaltsschreiben handelt. Berechnungsgrundlagen für eine beglaubigte Übersetzung Zunächst zu den allgemeinen Faktoren, die in die Kosten

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Wird eine beglaubigte Übersetzung benötigt, wird nur selten ein Pauschalpreis genannt. Vielmehr hängt es von verschiedenen Parametern ab, wie der Preis sich zusammensetzt. Es ist ein Unterschied, ob es sich um ein Abiturzeugnis aus einem Drittland oder ein mehrseitiges Anwaltsschreiben handelt.

Berechnungsgrundlagen für eine beglaubigte Übersetzung

Zunächst zu den allgemeinen Faktoren, die in die Kosten für beglaubigte Übersetzungen einfließen. Jeder Übersetzer muss zunächst den Arbeitsaufwand berechnen, bevor er einen ungefähren Preis nennen kann. Es geht dabei um Fragen inhaltlicher, sprachlicher und technischer Natur.

Folgende Punkte bedürfen der Abklärung:

  • die Dringlichkeit der Übersetzung
  • die Gebräuchlichkeit der sprachlichen Inhalte
  • der Umfang der zu übersetzenden Schriftstücke
  • Umfang und Zeitaufwand für anfallende Formatierungen
  • Fachgebiet bzw. Textgattung
  • oder die Leserlichkeit der Originaldokumente.

Oftmals liegen Originaldokumente – zum Beispiel in arabischer Sprache – nur noch als Fotokopie oder Scan vor. In diesem Fall kann allein das Entziffern der Zeichen einen hohen Aufwand erfordern. Das erhöht die Kosten für beglaubigte Übersetzungen, auch wenn die anderen Parameter nicht teuer zu Buche geschlagen wären. Jeder Punkt aus der Liste oben kann potenziell zum Kostentreiber werden.

Ein Beispiel aus dem Bereich exotischer Sprachen

Möchten Sie ein in Urdu verfasstes Dokument ins Deutsche übersetzen lassen, finden Sie in Deutschland nur wenige Übersetzer, die das leisten können. Unter den etwa 24.500 gerichtlich vereidigten Übersetzern gäbe es nur etwa 75, die das Dokument übersetzen könnten. Die Expertise dieser Übersetzer bedeutet schon an sich erhöhte Kosten. Auch in diesem Sektor regeln Angebot und Nachfrage den Preis. Übersetzer, die englische oder französische Dokumente übersetzen, sind leichter zu finden. Starke Konkurrenz drückt den Preis.

Dringliche Übersetzungen sind generell teurer. Sie müssen anderen Aufgaben vorgezogen werden oder erfordern Überstunden. Oft fällt daher ein Eilaufschlag an. Dieser kann durchaus zwischen 40 und 100 Prozent der eigentlichen Kosten für die beglaubigte Übersetzung ausmachen. Was beglaubigte Übersetzungen kosten, hängt also in großen Teilen von den Gewichtungen der oben genannten Parameter ab.

Berechnung der Kosten für beglaubigte Übersetzungen

Naturgemäß gibt es auch im Bereich der Übersetzungen Basistarife. Einige Übersetzerdienste legen das „Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz“ (JVEG) gemäß § 11 (Honorar für Übersetzungen) als Grundlage ihrer Preisgestaltungen an. In diesem Gesetz werden Basistarife für die Bezahlung von Sachverständigen, Dolmetscher/innen, Übersetzer/innen sowie die finanzielle Entschädigung ehrenamtlicher Richter/innen, Zeugen und Zeuginnen sowie anderer geregelt.

Was beglaubigte Übersetzungen kosten, könnte sich also nach solchen Grundlagen richten.
Zum Beispiel wäre der Tarif für eine übersetzte Zeile mit 55 Schriftzeichen dem „Justizvergütungs- und Entschädigungsgesetz“ zufolge wie folgt zu berechnen:

  • Grundhonorar bei geringem Schwierigkeitsgrad – je Zeile 1,80 Euro
  • erhöhter Aufwand bei normalem Schwierigkeitsgrad – je Zeile 1,95 Euro
  • Honorar bei erhöhtem Schwierigkeitsgrad – je Zeile 1,95 Euro
  • Honorar bei besonderer Erschwernis – je Zeile 2,10 Euro

Besondere Erschwernisse bei der Übersetzung wären beispielsweise exotische Sprachen. In der Endabrechnung werden am Ende noch 19 Prozent Mehrwertsteuer ausgewiesen. Dass beglaubigte Übersetzungen kosten, was der JVEG-Tarif vorgibt, ist allerdings selten der Fall. Zu unterschiedlich sind die sprachlichen Probleme und die Zeit, die ein kaum lesbares Dokument in Anspruch nimmt. Individuelle Leistungen können nicht nur nach Tarif vergütet werden.

Wie steht es mit Zeilen- oder Pauschalpreisen?

Um eine Personenstandsurkunde fachgerecht zu übersetzen, muss diese aufwendig formatiert werden. Daher würden ein Zeilenhonorar oder ein Festpreis dem Arbeitsaufwand nicht gerecht werden. Die reine Übersetzung einer Urkunde mit 85 Worten könnte beispielsweise nach JEVG mit 15,75 Euro plus Mehrwertsteuer abgegolten sein.

Sitzt der Übersetzer aber zwei Stunden an der Formatierung, wäre der Preis zu niedrig angesetzt. Daher wird der vom Übersetzer angesetzte Pauschalpreis für Personenstandsurkunden meist um einiges höher liegen. In den abgerechneten Kosten für beglaubigte Übersetzungen von Personenstandsurkunden sind am Ende also die reine Übersetzung, die Formatierung, der Druck, die notarielle Beglaubigung, die Einschreibe-Versandkosten und die Mehrwertsteuer enthalten.

Direkte oder indirekte Kosten für eine beglaubigte Übersetzung

Was beglaubigte Übersetzungen kosten können, wird immer durch die individuelle Arbeitsleistung definiert. Dabei fallen einige Kosten als direkte, andere als indirekte Kostenarten an.

Zu den direkten Kosten für beglaubigte Übersetzungen gehören Materialkosten, Druckkosten, Verpackungskosten und Porti. Auch die Mehrwertsteuer gehört in diese Kategorie. Der Aufwand der Übersetzung, die notwendigen Formatierungsarbeiten, der investierte Zeitaufwand oder die Online-Recherche sind Leistungen, die in jedem Einzelfall unterschiedlich zu bewerten sind.

Außerdem können indirekte Kostenarten anfallen. Dazu können die Anschaffungskosten für technisches Equipment, Textverarbeitungs- und Grafikprogramme oder Übersetzersoftware sowie gelegentliche Rechts- und Steuerberatungskosten gehören. Solche Posten müssen in die Kostenrechnung mit einfließen, zumal ein beglaubigter Übersetzer stets technisch aktuell bleiben muss.

Freiberuflich arbeitende Übersetzer müssen außerdem eine eigene Webseite erstellen lassen, um Marketing betreiben zu können. Gestaltung und Hosting liegen meist in fremder Hand. Sie werfen Kosten auf, die wieder hereingeholt werden müssen. Außerdem werden kostenpflichtige Mitgliedschaften in Berufsverbänden oder Berufshaftpflichtversicherung notwendig. Beide sind sehr kostenintensiv.

Viele Faktoren fließen in die Preisgestaltung mit ein. Im Basistarif des JEVG werden solche Nebenkosten aber nicht mit berücksichtigt. Es wäre also zu kurz gegriffen, die Kosten für beglaubigte Übersetzungen nur nach diesen Vorgaben zu berechnen.

Der Vorteil einer Festpreis-Vereinbarung

Naturgemäß haben Kunden Vorteile davon, wenn ein Übersetzer die Kosten für beglaubigte Übersetzungen als Fest- oder Pauschalpreis angeben kann. Die meisten Kunden möchten gerne vorab wissen, was die beglaubigte Übersetzung eines Textes oder Dokumentes denn kosten wird. Außerdem kann nur ein Pauschalpreis zu Vergleichsmöglichkeiten führen.

Für gewisse Arbeiten kann ein seriöser Übersetzer sicher aus Erfahrung einen ungefähren Preis nennen. Für andere aber nicht. Hier sind der Formatierungs-Aufwand, die investierte Zeit, die notwendigen Recherchen, der textliche Schwierigkeitsgrad oder die die übersetzerischen Probleme nicht übersehbar. Was beglaubigte Übersetzungen kosten, ist in der Regel nicht mit einem Festpreis zu erledigen. Denn in eine beglaubigte Übersetzung fließen meist weitere Kostenfaktoren ein, über die niemand gerne spricht: Gewinnbestrebungen und Steuerlasten.

Kosten durch das Finanzamt und andere

Manche Kosten hängen nicht mit der reinen Übersetzungsarbeit zusammen, sondern mit der Selbstständigkeit als Übersetzer. Ein vereidigter Übersetzer kann zwar potenziell von Zuhause aus arbeiten. Oft nutzt er jedoch ein eigenes Büro. Beruflich genutzte Arbeitszimmer können steuerlich abgesetzt werden.

Vorher möchte das Finanzamt aber die Einkommenssteuern und die Mehrwertsteuern kassieren. Außerdem werden Sozialversicherungsbeiträge fällig. Viele Übersetzer schließen sich einer Übersetzungsagentur an. Diese kassiert eine Provision. Sie beträgt zwischen 30 und 40 Prozent des Endpreises für jede Übersetzungsarbeit. Ob der Übersetzer dann noch von dem leben kann, was er einnimmt, ist unterschiedlich.

Jeder vereidigte Übersetzer muss auch solche Kosten im Auge behalten, weil sie seinen Reinverdienst schmälern. Reinverdienste werden um 19 Prozent Umsatzsteuer, 30 bis 40 Prozent Einkommensteuer sowie Krankenkassenbeiträge, Altersvorsorge und andere Kosten gemindert. Legt jemand es auf Dumpingpreise an, um mehr Kunden zu gewinnen, schadet er sich am Ende selbst.

Fazit

Die Kunden eines Übersetzers könnten dessen Preise und Leistungen mit dem hier erlangten Wissen um Kostenfaktoren einem Realitäts-Check unterziehen. Der Stundensatz, der für die beglaubigte Übersetzung zugrunde gelegt wird, kann errechnet werden.

Im Endpreis einer beglaubigten Übersetzung müssen jedoch zahlreiche Faktoren Berücksichtigung finden. Diese Kostenfaktoren sind nur zum Teil durch die unmittelbare Arbeit an der Übersetzung begründet. Die Zusatzkosten, die für Büromieten, Provisionen an Übersetzungsagenturen, Mitgliedschaften in Berufsverbänden, Alterssicherung, Einkommenssteuer oder Mehrwertsteuer anfallen, haben die Auftraggeber eines Übersetzers meist nicht im Blick.

Daher erscheint ihnen die Übersetzung eines dreiseitigen Dokuments aus dem Griechischen, Sorbischen oder Afghanischen oft als unverhältnismäßig teuer. Zum Trost sei gesagt, dass es für viele Übersetzungen Pauschalpreise gibt. Bei der Übersetzung offizieller Dokumente – beispielsweise von Zeugnissen, Briefen, Handelsregisterauszügen oder Urkunden kann die anfallende Arbeit zumindest grob geschätzt werden. In diesem Fall kann der Auftraggeber auf einen Pauschalpreis hoffen.

Beglaubigte Übersetzungen werden jedoch normalerweise in Deutschland nach Zeilenpreis vergütet. Dieser kann bei einem oder zwei Euro liegen. Entscheidend für die Preishöhe sind der erwartete Schwierigkeitsgrad und der zu erwartende Arbeitsaufwand. Außerdem können Beglaubigungsgebühren einfließen. Diese können zwischen 5 und 20 Euro betragen. Ausschlaggebend sind dabei die Sprache und die Dokumentenart.

 

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